Immobilienkauf trotz Inflation und steigenden Zinsen?

Der Traum von den eigenen vier Wänden scheint für viele aufgrund der enorm steigenden Zinsen zu platzen. Konnten sich in der langen Niedrigzinsphase noch viele Haushalte einen Immobilienkredit leisten, verbauen die aktuell hohen Tilgungsraten vielen zukünftigen Immobilienbesitzern die Chance auf Eigentum. Wie kann der Hauswunsch trotzdem finanziert werden? Und lohnt sich ein Immobilienkauf zur aktuellen Zeit überhaupt?

Beim Immobilienverkauf lauern viele Tücken, die den Erfolg schmälern.

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Betrachtet man eine Kreditlaufzeit von zehn Jahren, haben sich die Kreditzinsen der meisten Anbieter seit Anfang des Jahres teilweise verdreifacht. “Der aktuelle Leitzins liegt derzeit bei 1,25 Prozent“ (Stand: September 2022). „Diese Erhöhung bringt leider auch strengere Bankauflagen mit sich, um eine Finanzierung für die Immobilie zu erhalten“ berichtet Joachim Walczuch von Eschner-Immobilien. Wer dann noch einen negativen SCHUFA-Eintrag hat, senkt die Chancen weiter, eine Finanzierungszusage zu bekommen. Immobilienkäufer sollten daher in der Lage sein, die hohen monatlichen Kosten für den Kredit oder das Darlehen zu stemmen und – wenn möglich – negative SCHUFA-Einträge zu löschen.

Der Einfluss von Inflation und hohen Zinsen auf Anschlussfinanzierungen

Mit dem neuen Vertrag kommen auch neue Immobilienzinsen auf Eigentümer zu. Wer in der Niedrigzinsphase gute Konditionen mitgenommen hat, kommt nun mit höheren Zinssätzen als noch vor einigen Jahren in Kontakt. Eine Umschuldung, um bessere Zinskonditionen mitzunehmen, macht daher wenig Sinn.

Wichtig ist bei der weiteren Hausfinanzierung, nicht das erstbeste Angebot der Hausbank anzunehmen, sondern einen Kreditvergleich zu machen.

Bonität steigern

Ist ein besseres Einkommen nicht in Sicht, kein oder kaum Eigenkapital vorhanden und lassen sich die eigenen Ausgaben auch nicht mehr weiter herunterschrauben, gibt es trotzdem Möglichkeiten, die eigene Kreditwürdigkeit zu verbessern:

  • Andere vorhandene Kredite umschulden
  • Nicht über dem finanziellen Limit leben (eine Haushaltsplanung kann helfen)
  • Nicht notwendige und ungenutzte Bankkarten und -konten kündigen
  • Mehrere Kredit- oder Darlehensnehmer
  • SCHUFA-Score erhöhen: negative Einträge löschen (Tipp: einmal jährlich SCHUFA-Auskunft anfordern und anfragen, welche Einträge sich löschen lassen)
  • Bonitätsfördernd ist das Vorhandensein einer Lebensversicherung oder eines Bausparvertrages (nicht das Auflösen!).

Gefährden die hohen Zinsen eine weitere Anschlussfinanzierung, woraufhin das Haus nicht mehr abbezahlt werden kann, gibt es für Eigentümer Unterstützung von regionalen Immobilienprofis. 

* Bonitätsfördernd ist das Vorhandensein einer Lebensversicherung oder eines Bausparvertrages – nicht das Auflösen!

Fazit

Dass die Zinsen weiter steigen werden, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Auch die Inflationsrate in Deutschland befindet sich auf Rekordniveau. 

Da eine Finanzierung am Ende von mehreren Faktoren abhängt und die finanzielle Situation bei jedem unterschiedlich ist, kann diesbezüglich keine pauschale Empfehlung ausgesprochen werden. Jedoch können, wie oben beschrieben, die Chancen auf eine erfolgreiche Finanzierung gesteigert werden. 

Betrachtet man auch den Immobilienmarkt in Hessen, stellt man schnell fest, dass die Immobilienpreise trotz der steigenden Zinsen relativ stabil bleiben. Wie sich der Markt in Zukunft entwickeln wird, kann niemand genau sagen. Eins steht jedoch fest: Der Kauf einer Immobilie wird tendenziell eher teurer als günstiger, da die Nachfrage wesentlich höher ist als das Angebot. Somit wäre auch zur derzeitigen Lage ein Kauf sinnvoll – egal ob Selbstnutzung oder als Kapitalanlage. Darüber hinaus trägt die eigene Immobilie zur Altersvorsorge bei.

Möchten Sie eine Immobilie finanzieren oder wissen, welche Möglichkeiten Sie mit Ihrer Immobilie im Fall von abgelehnten Kreditzusagen haben? Dann kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne!

 

Hinweise
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.

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